Ortungsgeräte im Test 2019

Typisches Ortungsgerät. Hier von der Firma Testboy*.
Typisches Ortungsgerät. Hier von der Firma Testboy*

Sie haben sich dazu entschieden ein Loch in Ihre Wand zu bohren, doch Sie sind sich nicht sicher, ob in der Wand Leitungen, Kabel oder Träger verlaufen? Mit einem hochwertigen Ortungsgerät können Sie zielsicher in der Wand vorhandene Materialien orten.

Doch Augen auf! Auch hier gibt es „schlechte“ und mangelhafte Produkte. Manche Ortungsgeräte liefern ungenaue oder unzutreffende Ergebnisse. Kurzschlüsse oder Leck geschlagene Wasserleitungen können die Folge sein. Solche Sperenzchen  können teuer werden.

Diese Seite hat den Zweck Ihnen einen umfangreichen Überblick zu geben, welche Eigenschaften ein gutes Ortungsgerät besitzen muss. Sie finden hier Informationen zu den einzelnen Geräten, zu den jeweiligen Preisen und einen Test verschiedener Modelle. HIER erfahrt ihr, welche Geräte hervorragende Ergebnisse liefern.

Eigenschaften eines guten Ortungsgerätes?

Natürlich kann hier viel erzählt werden. Daher findet Ihr im folgenden Abschnitt alle wichtigen Eigenschaften eines Ortungsgeräts. Anhand dieser könnt Ihr das für euren Zweck passende Gerät finden. Grundsätzlich unterscheidet man bei Ortungsgeräten in Wandscanner, Spannungsprüfer und Durchgangsprüfer.

Bedienbarkeit

Um die Arbeit möglichst schnell und effizient erledigen zu können, sollte ein gutes Ortungsgerät simpel in der Handhabung sein. Am Besten sollte das Ortungsgerät nur einen Knopf zum Messen besitzen. Besonders wichtig ist die gute Bedienbarkeit, wenn das Ortungsgerät oft zum Einsatz kommt.

Battterielaufzeit

Die Wichtigkeit einer langlebigen Batterie sollte nicht unterschätzt werden. Besonders professionelle Anwender sollten hohe Anforderungen an die Qualität der Batterie und an die damit verbundene Gesamtlaufzeit stellen.

Es gibt eigentlich keine netzbetriebenen Ortungsgeräte. Die meisten Geräte werden mit 9 V E -Block Batterien betrieben. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, wie das Bosch PMD* Ortungsgerät, welches 4 AA Batterien benötigt. Versuchen Sie nach Modellen Ausschau zu halten, die mit handelsüblichen Batterien betrieben werden. Dadurch können Sie sich leicht Nachschub holen. Falls Ihnen der Saft einmal ausgehen sollte.

Kleiner Tipp: Sie können Ihre Batterien und die Umwelt schonen, wenn Sie sich für ein Ortungsgerät mit automatischer Abschaltfunktion entscheidest.

Erfassungstiefe

Fluke Ortungsgeräte sind bekannt für extreme Erfassungstiefen von bis zu 250 mm.
Fluke Ortungsgeräte sind bekannt für extreme Erfassungstiefen von bis zu 250 mm.

Mit das wichtigste Kriterium für ein Ortungsgerät ist die Erfassungstiefe. Sie ist der Indikator dafür, wie tief ein Gerät in der Wand Materialien erkennen kann und dabei weiterhin exakte Resultate liefert.

Wichtig ist vor Gebrauch des Ortungsgerätes die Produktinformationen genau zu lesen! Die Messtiefe kann je nach gesuchtem Material variieren.

Die durchschnittliche Messtiefe liegt bei ca. 60 Millimetern in Stahlmaterial, bis zu 50 Millimeter in Kupfermaterial und bis zu 30 Millimeter bei stromführenden Leitungen. 

„Mit das wichtigste Kriterium für ein Ortungsgerät ist die Erfassungstiefe. Sie ist der Indikator dafür, wie tief ein Gerät in der Wand Materialien erkennen kann…“

Genauigkeit

Sehr wichtig ist die Genauigkeit eines Ortungsgerätes. Bei Bohrungen in die Wand möchte man keine Leitungen oder Kabel beschädigen. Es kann schnell gefährlich werden, wenn Sie zum Beispiel eine Stromleitung treffen. Ein Ortungsgerät sollte am Besten mehrmals über die Stelle gehalten werden bevor man endgültig zur Bohrung ansetzt.

Gewicht und Maße

Bei einem kleinen Gegenstand, wie einem Ortungsgerät scheint das Gewicht eher irrelevant zu sein. Allerdings können 100 Gramm, besonders bei längeren Arbeiten, bereits einen großen Unterschied machen. Ein durchschnittliches Ortungsgerät wiegt ca. 300 Gramm. Sollte Sie sich für ein leichteres Gerät entscheiden wollen, aber dieses nicht die nötigen Funktionen aufweisen für Ihre Anforderungen, empfiehlt sich natürlich ein schwereres Ortungsgerät. 

Da die Größe des Gerätes entscheidend für das Gewicht ist, sollten Sie auch hierauf ein Auge werfen. Ein durchschnittliches Ortungsgerät hat die Maße 23,5 x 14,5 x 4 cm.

Erkennbare Materialien

Ursprünglich waren Ortungsgeräte darauf ausgelegt stromführende Kabel zu lokalisieren. Inzwischen gibt es allerdings sogenannte Multidetektoren. Mit diesen Geräten kann man magnetische als auch nicht-magnetische Materialien in der Wand orten. Aus diesem Grund sollten Sie sich vorher klar machen, welches Material Sie finden möchten. Ortungsgeräte können neben Stromkabeln aus Kupfer auch Holz, Wasserrohre, Stahl und nicht stromführende Metalle erkennen.

Kalibrierung 

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Kalibrierungen bei Ortungsgeräten. 

Viele Geräte verfügen heute bereits über die automatische Kalibrierung. Die Kalibrierung läuft ohne Eingreifen des Anwenders ab. Diese Funktion schließt Fehler seitens des Anwenders aus und verkürzt die Arbeitszeit. 

Die manuelle Variante findet man zumeist bei den günstigeren Ortungsgeräten. Diese sind meistens nur für Metall und Leitungen ausgelegt. Hier erfolgt die Kalibrierung über ein drehbares Rad. Diese Variante von Ortungsgeräten ist beim Auffinden von Metallen sehr zuverlässig. Doch vor allem im professionellen Bereich empfiehlt sich ein Ortungsgerät mit automatischer Kalibrierung. Das beugt Anwendungsfehlern vor.

Zoomfunktion

Die Zommfunktion es Ortungsgerätes wirkt eng mit dessen Genauigkeit zusammen. Sie verringert Fehlbohrungen durch genaueres Orten. Besonders interessant ist die Zoomfunktion für den häufigen Anwender. 

Kleiner Tipp: Durch mehrmaliges „Schwingen“ über der selben Stelle arbeitet die Zommfunktion noch exakter.

Staub/Wassergeschütztes Gehäuse

Ein eigentlich selbsterklärendes Feature. Besonders für den professionellen Handwerker und bei Einsätzen aus Baustellen ist es wichtig ein robustes Ortungsgerät zu besitzen.

Zusätzliche Funktionen

Die wichtigsten Kriterien zur Auswahl des richtigen Ortungsgerätes kennen Sie nun. Doch einige wenige Modelle verfügen über gewisse Extras, die nicht für jeden Anwender wichtig sind. Dazu gehören die Deep-Scan Funktion, ein Kopfhöreranschluss und eine LED-Lampe.

Die Deep-Scan Funktion spielt besonders dann eine Rolle, wenn es sich bei dem gesuchten Material um Holz handelt. Diese Funktion ermöglicht die Erfassung von Holz in größeren Tiefen.

Ein Kopfhöreranschluss kann vor allem auf Baustellen mit viel Lärm und Ablenkungen von Vorteil sein.

Die LED-Lampe des Testboy 26* vereinfacht das Auffinden von Leitungen enorm.

Wie bedient man ein Ortungsgerät?

Die Bedienung eines Ortungsgerätes ist kein schwieriges Unterfangen. Jeder Laie, ob mit oder ohne handwerkliches Geschick, kann ein Ortungsgerät bedienen. Sollte Ihnen ein Gerät kompliziert oder unpraktisch erscheinen, kaufen Sie einfach ein anderes Modell. Es folgt nun eine Schritt für Schritt-Anleitung zur Bedienung eines Ortungsgerätes:

  1. Stellen Sie sicher, dass eine funktionstüchtige Batterie eingelegt wurde.
  2. Schalten Sie das Ortungsgerät ein.
  3. Kalibrieren Sie das Gerät auf das gesuchte Material oder führen Sie das Ortungsgerät an der Wand entlang und warten die automatische Kalibrierung ab. Wichtig: Kalibrieren Sie den Detektor an einer Stelle der Wand an der KEINE Kabel oder Leitungen zu erwarten sind.
  4. Testen Sie das Gerät an einem Stück Metall.
  5. Fahren Sie mit dem Ortungsgerät an der Stelle entlang, an der Sie bohren möchten. Testen Sie auch in einem gewissen Radius um das geplante Loch herum.
  6. Sie erhalten nun ein Signal (visuell oder akustisch), wenn sich etwas in der Wand befindet. Ertönt kein Signal können Sie mit dem Bohren beginnen.

6 Einsatzgebiete für Ortungsgeräte

Nun wissen Sie schon beinahe alles über Ortungsgeräte! Doch in welchen Situationen ist es überhaupt sinnvoll zu einem Ortungsgerät zu greifen?

  1. Auffinden von spannungsführenden Leitungen in der Wand
  2. Auffinden von versehentlich zu geputzten Schalter und Steckdosen
  3. Verlauf von Leitungen zu ermitteln
  4. Verlauf von Heizungs- oder Wasserrohren ermitteln
  5. Auffinden von sonstigem Metall in der Wand
  6. Ermitteln von Holz in der Wand

Handyapp als Ortungsgerät?

Verlassen Sie sich lieber auf ein Ortungsgerät, statt auf Ihr Handy!
Verlassen Sie sich lieber auf ein Ortungsgerät, statt auf Ihr Handy!

Es gibt tatsächlich eine App für die meisten Smartphones und diese soll ein Ortungsgerät simulieren. Diese App soll alle Aufgaben eines Ortungsgerätes erfüllen. Hiervon sollten Sie unbedingt die Finger lassen. Ein Handy, egal welcher Marke, ist einfach nicht darauf ausgelegt die Aufgaben eines Ortungsgerätes zu erfüllen. Sie glauben ja auch nicht, dass eine Lügendetektor – App auf Ihrem Smartphone funktioniert, oder?! Schützen Sie sich und Ihre Familie und gehen Sie auf Nummer sicher.

Ebenso sollten Sie keinem „Profi“-Handwerker vertrauen, der durch klopfen versucht alle Rohrleitungen und Träger zu lokalisieren.

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • erkennt Leitungen verschiedener Art ✔️
  • je nach Gerät können auch andere Materialien ✔️
  • zeigt an wo Sie bohren können ✔️

➡️ Bewahrt Sie und ihr Eigentum vor Schaden, der leicht vermieden werden kann.

Nachteile:

  • kann je nach Ausstattung etwas teurer werden ✖️

Wie viel kostet ein Ortungsgerät?

Wie bei allem hat höhere Qualität auch hier ihren Preis. Ein günstiges Ortungsgerät bekommen Sie zwar bereits um die 20€. Dieses Gerät beschränkt sich ausschließlich auf die Grundfunktionen. Ein solches Modell ist nur auf das Finden von Stromkabeln ausgelegt. Sie sollten sich auch fragen, wie hochwertig ein solches Gerät ist. Grundsätzlich gibt es aber Geräte in dieser Preisklasse, die man kaufen kann. Empfehlenswert sind besonders für berufliche Handwerker Ortungsgeräte der höheren Preiskategorien, weil diese mehr Funktionen (Multidetektoren) und eine erhöhte Performance bieten. Ebenso bieten diese Ortungsgeräte auch die bessere Batterielaufzeit, Handhabung und die höhere Eindringtiefe. Hier sollten Sie mit einem Preis ab 70€ rechnen.

Wie funktionieren Ortungsgeräte?

Für die meisten von Ihnen dürfte die Funktionsweise eines Ortungsgerätes ein langweiliges Thema sein. Sollte es dennoch einige interessieren, dann gibt es nun einen kleinen Überblick.

Zum Aufspüren von Materialien in den Wänden nutzt das preiswerte Ortungsgerät für Heimwerker eine Ferritspule als Peilantenne. Es wertet, die durch unter Spannung stehenden Elektroleitungen verursachte, elektromagnetische Induktion aus. Die meisten Detektoren erzeugen außerdem ein Magnetfeld geringer Stärke – mit der Ferritantenne als Empfänger kann damit auch auf Metallrohre geschlossen werden.

Wird alternativ mit einem Kondensator ein elektrisches Feld erzeugt, so kann auch auf die Dichte eines Baustoffs geschlossen werden. Auf diese Weise wird zum Beispiel Holz aufgespürt. Dabei wird die sogenannte dielektrische Leitfähigkeit der Wand analysiert, während der Benutzer mit dem Gerät über die Wand fährt. Änderungen der Leitfähigkeit werden auf einer Anzeige ausgegeben. Kombinationsgeräte sind meist zwischen einem magnetischen und dielektrischen Messverfahren umschaltbar. Ortungsgeräte des höheren Preissegmentes für die professionelle Anwendung nutzen die, bei weitem genauere,Radarpeilung.

Interview mit Heimwerker-TV & der PCE Instruments – Ortungsgeräte

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